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Junge Menschen durch Sport bewegen

Politische Forderungen zur Kommunalwahl 2026

München braucht starke Sportvereine, damit junge Menschen heute und in Zukunft Räume für Bewegung, Gemeinschaft und Mitbestimmung haben. Dieses Papier zeigt, wie Politik und Verwaltung die Bedingungen dafür schaffen können. Unsere Forderungen stärken Safe Sport, Ganztag, Ehrenamt und echte Jugendbeteiligung – für ein jugendgerechtes München 2026 und darüber hinaus.

Safe Sport

Schule & Ganztag

Subsidiarität & Ehrenamt

Olympia 20XX

Vielfalt & Demokratie

1. Safe Sport: Verankerung kommunaler Verantwortung

Kinderschutz im Sport ist keine Option, sondern zwingende kommunale Verantwortung. Der Schutz vor Gewalt, Grenzverletzungen und Machtmissbrauch sollte keine Frage von Ressourcen, Zuständigkeiten oder Freiwilligkeit sein, sondern eine unverhandelbare Pflicht. Sportvereine brauchen verlässliche Unterstützung, um Schutzkonzepte umzusetzen und sichere Strukturen aufzubauen. Prävention gelingt nur, wenn Vereine Zugang zu Expertise, Qualifizierung und professioneller Begleitung haben.

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Entwicklung eines Safe Sport Förderprogramms

Förderung von Präventions- und Schutzkonzepten in Sportvereinen mit mindestens 100.000 €/Jahr – für Qualifizierungen, Supervision und externe Fachberatung durch eine Projektstelle in der MSJ.
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Aufbau einer Safe Space Fachstelle

Gleichzeitiger Aufbau einer Fachstelle „Safe Spaces im Sport“, die in der MSJ angesiedelt ist und die Vereine dauerhaft in Konzeptentwicklung und -realisierung und im Krisenmanagement unterstützt.
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Verankerung in der Sportförderung

Safe-Sport-Standards und ein Schutzkonzept werden bis 2030 als Kriterium für die Sportförderung der LH München aufgenommen. Die Umsetzung des Kriteriums erfolgt schrittweise (Übergangsphase, Entwicklungsphase, Umsetzungsphase) in Kombination mit dem Förderprogramm „Safe Sport“. Nachhaltiger Kinderschutz funktioniert nur, wenn klare Standards selbstverständlich werden.
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Campaining

Die LH München nutzt ihre Reichweite und Kommunikationskanäle, um gemeinsam eine stadtweite Safe-Sport-Kampagne umzusetzen. Ziel ist es, Sportvereine für Kinderschutz zu sensibilisieren sowie junge Münchner*innen zu empowern, Grenzverletzungen zu benennen und Unterstützung einzufordern.

2. Schulischer Ganztag - Sozialraum Sportverein sichern

Der Sportverein ist ein zentraler Sozial- und Bildungsraum für junge Menschen – und dieser Raum muss unbedingt erhalten bleiben. Mit dem Ausbau des schulischen Ganztags darf Vereinsleben nicht an den Rand gedrängt werden. Kinder und Jugendliche müssen weiterhin die Möglichkeit haben, die Schule zu verlassen und im Sportverein Gemeinschaft, Bewegung und freiwilliges Engagement zu erleben. Statt Vereine vollständig in schulische Strukturen einzupassen, braucht es verlässliche Lösungen, die den außerschulischen Raum Sportverein sichern und stärken.

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Ganztag mit gelebter Flexibilität

Die LH München setzt sich an entscheidenden Stellen im Land, Bund und bei Bedarf öffentlich dafür ein, dass die Teilnahme an Vereinssportangeboten rechtsanspruchserfüllend im Rahmen des Ganztags ist. Kinder müssen ab 14 Uhr den Ganztag verlassen dürfen, um am Vereinstraining teilzunehmen, auch wenn dem Träger des Ganztags hierdurch Geld verloren geht.
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Kooperationen zwischen Schulen und Sportvereinen aktiv fördern

Die LH München richtet zwei kommunal finanzierte Koordinationsstellen ein, die vielfältige Beratungs- und Vernetzungsaufgaben zwischen Schulen, Ganztagsträgern und Sportvereinen übernimmt. Während Schulen Sportvereine als anerkannte Bildungspartner in ihren Ganztag integrieren und priorisieren müssen, benötigt es in Richtung der Vereine frühzeitige Sensibilisierung, Motivation, Befähigung und Vernetzung.
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Sportflächen für die Vereinsarbeit priorisieren

Sportvereine erhalten für schulische Sportflächen ab 16 Uhr ein Vorbelegungsrecht gegenüber Angeboten des schulischen Ganztags. Sportvereine müssen auch weiterhin für jede Altersstufe Angebote machen können. Hierfür müssen ausreichend Sportflächen zur Verfügung stehen, die nicht aufgrund des Bedarfs des schulischen Ganztag reduziert werden dürfen.

3. Subsidiarität & Junges Ehrenamt fördern

Jugendarbeit lebt vom Engagement junger Menschen – von ihrer Zeit, ihren Ideen und ihrer Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Engagement entsteht dort, wo junge Menschen echte Gestaltungsmöglichkeiten haben und erleben, dass ihr Beitrag zählt.
Statt eigene Parallelstrukturen aufzubauen, sollte die Stadt auf die Stärkung der bestehenden zivilgesellschaftlichen Strukturen setzen. Jugendverbände und Vereine kennen die Lebenswelten junger Menschen, sie arbeiten nah an ihren Bedürfnissen und bieten Räume, in denen Selbstwirksamkeit und demokratisches Handeln erfahrbar werden.

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Ehrenamtsförderung & Anerkennungskultur

Schaffung eines städtischen Jugend-Ehrenamtsfonds zur Unterstützung von Schulungen, Fahrkosten und Engagementprojekten mit einem Budget von 100.000 €/Jahr. Damit junge Menschen motiviert bleiben, Verantwortung zu übernehmen, müssen finanzielle Entlastung, Anerkennung und gute Rahmenbedingungen selbstverständlich sein.
Einführung eines jährlichen Ehrungsabends gemeinsam mit der MSJ, an dem Auszeichnungen und Preise für „Junges Ehrenamt im Sport“ verliehen werden. Junge Ehrenamtliche halten die Jugendarbeit im Sport lebendig – doch ihr Engagement braucht verlässliche Unterstützung und sichtbare Wertschätzung. Alternativ werden bestehende Angebote durch jugendaffine Elemente ergänzt.
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Subsidiarität als Leitprinzip

Die Förderung zivilgesellschaftlicher Träger*innen, insb. von Freien Trägern der Jugendhilfe, muss Vorrang vor städtischen Eigenprojekten haben. Nur dort, wo keine oder zu wenig Angebote bestehen, wird die Stadt selbst aktiv.
Sportvereine erhalten bisher für Ferienangeboten nach §11 SGB VIII von der LH München keine Fördermittel. Deshalb schafft die Stadt hierfür ein geregeltes, wiederkehrendes Verfahren, welches Sportvereinen transparent einen Zugang zu den auskömmlichen Fördermitteln ermöglicht. Die Förderung an Sportvereine und andere zivilgesellschaftliche Akteure ist – auch unter Bedingungen – gegenüber eigenen städtischen Ferienangeboten zu priorisieren.

4. Olympia 20XX - aktive Jugendpartizipation gewährleisten

Olympische Spiele in München sind nur dann ein Gewinn, wenn sie sozial, ökologisch und jugendgerecht geplant und umgesetzt werden. Olympia darf kein Prestigeprojekt, sondern muss ein Generationenprojekt sein. Nur, wenn junge Menschen frühzeitig einbezogen werden, kann Olympia in München ein sozial nachhaltiges und inspirierendes Ereignis für die nächsten Generationen werden.

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Jugendgerechte Planung

Die LH München richtet eine Projektgruppe zur Olympia-Bewerbung und -Konzeption ein, an der auch die Münchner Sportjugend verbindlich und mit Stimmrecht bei Planung, Zielen und Realisierung als Vertreterin der jungen Menschen im Sport beteiligt ist. Junge Menschen müssen frühzeitig in die Planung von Olympia einbezogen werden. Nur so können ihre Interessen, Ideen und Bedürfnisse in die Gestaltung eines generationengerechten Sportereignisses einfließen.
Einführung eines jährlichen Ehrungsabends gemeinsam mit der MSJ, an dem Auszeichnungen und Preise für „Junges Ehrenamt im Sport“ verliehen werden. Junge Ehrenamtliche halten die Jugendarbeit im Sport lebendig – doch ihr Engagement braucht verlässliche Unterstützung und sichtbare Wertschätzung. Alternativ werden bestehende Angebote durch jugendaffine Elemente ergänzt.
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Nachhaltigkeit & Teilhabe

Olympische Spiele dürfen nicht zulasten der Jugendarbeit oder bestehenden Sportförderung gehen. Alle investiven Maßnahmen müssen auch nach den Spielen für den Breitensport nutzbar sein. Vereine sind dabei in die Planung miteinzubeziehen.
Olympische Spiele in München müssen zeitgleich ein neues Investitionspaket für die Modernisierung von Sportstätten mit sich bringen. Dabei sind Sportflächen zu priorisieren, die dauerhaft Jugend- und Vereinssport zugutekommen.

Demokratiebildung & Vielfalt schützen

Junge Menschen lernen Demokratie, indem sie sie erleben und mitgestalten. Sportvereine und Jugendverbände sind gelebte Demokratieschulen – Orte, an denen junge Menschen Verantwortung übernehmen, Fairness praktizieren und Haltung zeigen. Diese Strukturen müssen politisch geschützt, finanziell gesichert und als demokratische Lernorte anerkannt werden.

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Jugendverbände als Werkstätten der Demokratie fördern

Wir fordern die konsequente und auch in finanziell schwierigen Zeiten unverminderte Förderung der Jugendverbände, sodass sie weiterhin erfolgreich Demokratiebildung leisten, junge Menschen stärken und Vielfalt im Sport und in der Stadtgesellschaft aktiv verteidigen können. Die bestehende Unterstützung der Stadt ist beispiellos und verdient ausdrücklich Anerkennung – sie ist jedoch eine notwendige und verantwortungsvolle Investition in den gesellschaftlichen Zusammenhalt Münchens.
Die Fachstelle für Demokratie übernimmt eine koordinierende und fördernde Funktion, um die zahlreichen Initiativen und Projekte zu bestärken und ihnen zu einer größeren Reichweite zu verhelfen.
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