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Leitlinien für die Arbeit mit behinderten und nicht behinderten Kindern und Jugendlichen

Im Sozialreferat / Stadtjugendamt der Landeshauptstadt München sind im Januar 2007 Leitlinien für die Arbeit mit behinderten und nicht behinderten Kindern und Jugendlichen erschienen. Diese Hinweise sollen verhindern, dass jemand wegen einer Behinderung ausgeschlossen oder benachteiligt wird. Der Ratgeber ist nicht nur für Menschen, die mit Kin­dern und Jugendlichen arbeiten, sondern auch für Politikerinnen und Politiker in München bestimmt. Ihre Arbeit soll damit verbessert und weiterentwickelt werden.

Im Folgenden gibt es in Auszügen einen Überblick der Leitlinien über die Zielsetzungen, bayerische Gesetzgebung, Münchner Situation und geleistete bzw. geplante Maßnahmen zum Umgang mit Behinderungen im Rahmen der kommunalen Kinder- und Jugendplanung der Landeshauptstadt München.

1. Was besonders wichtig ist

  • Immer und überall auch an Menschen mit Behinderungen denken.
  • Was ist eigentlich eine Behinderung? Wir glauben, dass eine Behinderung keine Eigenschaft ei­nes Menschen ist. Viele Wissenschaftlerinnen und Wissen­schaftler denken genauso. Sie sprechen vom sogenannten "Sozialen Modell von Behinderung". Damit ist gemeint, dass sich Behinderungen aus der Art und Weise ergeben, wie die Menschen zusammenleben und miteinander umge­hen. Menschen sind also nicht behindert, sie werden behindert. Alle sollen helfen, solche "Behinderungen" zu beseitigen und zu vermeiden.
  • Inklusion - was ist damit gemeint?
    Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sollten Kinder und Jugendliche mit Behinderung nicht als Außenseiter sehen. Sie sollten auch nicht nur darauf achten, was den Menschen fehlt. Jeder Mensch hat nämlich bestimmte Fähigkeiten. Diese Stärken sollten gefördert werden. Auf ihre besonderen Bedürfnisse muss eingegangen werden. Deshalb sprechen wir auch nicht von "Behinderten", sondern von Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Oft wird davon gesprochen, dass man Menschen mit besonderen Bedürfnissen integrieren muss. Wir glauben, das reicht nicht aus. Denn: Integration heißt: Menschen mit Behinderung sollen in ihre Umgebung einbezogen werden. Sie sollen überall dabei sein können und alles mitmachen können. Inklusion dagegen heißt: Das Umfeld muss sich ändern. Alle Menschen sollen sich so angenommen fühlen, wie sie sind. Dann können die Menschen mit einer Behinderung nicht nur überall dabei sein, sondern jeder von ihnen kann auch selber bestimmen, was er will und was nicht. Und das sollte eigentlich selbstverständlich sein.
  • Hindernisse beseitigen
  • Alle Menschen sind gemeint, nicht nur Menschen mit bestimmten Behinderungen.
  • Teilhabe verwirklichen - Gleichstellung durchsetzen - Selbstbestimmung ermöglichen
  • Sich begegnen und mit entscheiden

2. Gesetze für Bayern

Im Artikel 118 a der bayerischen Verfassung steht: "Menschen mit Behinderungen dürfen nicht benachteiligt werden. Der Staat setzt sich für gleichwertige Lebensbedingungen von Menschen mit und ohne Behinderungen ein". Auch in der bayerischen Verfassung steht geschrieben, dass alle Menschen, ob behindert oder nicht behindert, die gleichen Hilfen vom Staat erhalten sollen. In dem Gesetz steht aber auch noch, dass Menschen mit besonderen Bedürfnissen in Bayern unter den gleichen Bedingungen leben können sollen, wie nicht behinderte Menschen. Seit 2003 gibt es in Bayern das "Bayerische Gesetz zur Gleichstellung, Integration und Teilhabe von Menschen mit Behinderung" (Bayerisches Behindertengleichstellungsgesetz - BayBGG). Das Gesetz soll es für Menschen mit Behinderung leich­ter machen, ihren Interessen, Wünschen und Bedürfnissen nachzugehen. Für spezielle Fragen sollen Beauftragte eingestellt werden, die an der Umsetzung und Einhaltung der Gesetze arbeiten.

3. Was man in der Stadt München berücksichtigen sollte

  • Alle sollten zusammenarbeiten.
  • Was bisher schon erreicht wurde und was jetzt notwendig ist:
    Nicht nur im Gesetz ist die Teilhabe von Menschen mit besonderen Bedürfnissen verbessert worden. Gerade in München wurde an der Verbesserung der Teilhabe und Selbstbestimmung gearbeitet. Trotzdem haben nicht alle Menschen etwas von diesen positiven Entwicklungen. Um die eigenen Bedürfnisse in der Gesellschaft verwirklichen zu können, sind bestimmte Vorraussetzungen nötig: nämlich politisch aktiv zu sein und sich zusammenzutun. Das heißt für die praktische Arbeit mit Kindern und Ju­gendlichen mit und ohne Behinderung:
    1.) Es müssen Angebote für Kinder und Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen auch für Kinder und Jugendliche ohne Behinderung zugänglich sein - und umgekehrt.
    2.) Die Angebote der Kinder und Jugendhilfe sollten sich an Bedürfnissen und Neigungen der tatsächlichen Teil­nehmerinnen und Teilnehmer orientieren. Egal ob mit oder ohne Behinderung.
    3.) Kinder und Jugendliche müssen als Fachleute und Ken­ner ihres eigenen Lebens angesehen werden. Die Angebote dürfen sich daher nicht auf ihre Behinderung be­schränken.
    4.) Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen setzt voraus, dass man sich mit dem Begriff Behinderung auseinander setzt.
  • Das Erreichte muss erhalten werden.
  • Die jeweiligen Fähigkeiten aller Menschen müssen anerkannt werden, um die besonderen Fähigkeiten erkennen und fördern zu können.
  • Begegnungen und Kontakte fördern
  • Integrative Ansätze und Modelle fördern und wissenschaftlich begleiten
  • Hindernisfreie Angebote schaffen

4. Was ist zu tun?

  • Jedes Kind und jeder Jugendliche muss alle Angebote alleine, je nach Alter entdecken, erreichen und benutzen können.
  • Jeder muss sich ohne Schwierigkeiten beraten und unterstützen lassen können.
  • Notwendig ist eine beständige Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
  • Wenn Menschen zusammen leben, entstehen Beziehungen. Diese sollen so gestaltet sein, dass sich die Men­schen umeinander kümmern und alle die gleichen Mög­lichkeiten haben, ihr Leben zu gestalten.
  • Auch die Familien der Kinder und Jugendlichen mit besonderen Bedürfnissen müssen sich Rat und Unter­stützung holen können.
  • Aus dem, was bereits an Gemeinsamkeiten vorhanden ist, sollte gelernt werden. Gute Ideen müssen miteinander verbunden werden.
  • Damit Menschen mit besonderen Bedürfnissen nicht Opfer von Gewalt werden, muss vorgebeugt werden.
  • Notwendig ist, diese Hinweise zu ergänzen und weiterzuentwickeln. Dafür sollen alle, die es angeht, miteinander reden. Es gibt nicht so viel Geld, wie nötig wäre, um die Hinweise in kurzer Zeit zu verwirklichen. Das ist ein großes Problem. Andererseits sind die Hinweise als Ziel zu verstehen und Ziele wird man Schritt für Schritt erreichen.

5. Wie kann man vorankommen?

Um all das, was hier beschrieben ist, zu erreichen, müssen alle mit diesen Hinweisen einverstanden sein und zusammenarbeiten. Grundlage dafür ist das soziale Modell von Behinderung. Es beschreibt, dass Behinderung nicht etwas ist, was wir allgemein als Krankheit bezeichnen. Es geht davon aus, dass Behinderungen durch Ansichten, Meinungen und Vorurteile entstehen. Danach muss gehandelt werden. Alle Entscheidungen, die Kinder und Jugendliche betreffen, müssen überprüft und die Situation von ärmeren Menschen müssen berücksichtigt werden. Menschen, deren Beruf es ist, mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten, sollten immer wieder Neues dazulernen. Das gilt auch, wenn Menschen mit besonderen Bedürfnissen da sind.

  • Erkennen können
    Informationen und Angebote für Kinder und Jugendliche sind so zu machen, dass junge Menschen mit und ohne Behinderung gleichermaßen daran teilnehmen können. Das heißt, sie müssen überhaupt entdecken und verstehen können, was es alles gibt. Dies gilt besonders für Menschen, die nur wenig oder gar nicht sehen, hören oder sprechen können. Wichtig ist dies auch für diejenigen, die schwere Sätze nicht verstehen können. Deshalb haben wir diese Hinweise auch zusätzlich in einer einfacheren Sprache geschrieben.
  • Erreichen können
    Für Menschen, die einen Rollstuhl brauchen oder nur mit Hilfe gehen können, können oder wollen vielleicht keine langen Wege zurücklegen. So sollte alles, was sie brauchen, möglichst in ihrer Nähe liegen. In München gibt es S- und U-Bahnen, Trambahnen und Taxis. Die sind zum Beispiel in der Regel gut zu erreichen.
  • Benutzen können
    Aber es nützt natürlich nichts, wenn die Dinge zwar erreichbar sind, man sie dann aber nicht benutzen kann, zum Beispiel wegen einer Treppe oder hohen Schwellen. Dass jeder Mensch alle öffentlichen Angebote auch ohne Schwierigkeiten benutzen kann, ist ebenfalls ein wichtiges Ziel.