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Empfehlungen für Sportvereine

zur Einführung eines eigenen Verhaltenskodex "Prävention sexueller Gewalt in der Kinder- und Jugendarbeit" (PsG)

Die Münchner Sportjugend empfiehlt Sportvereinen, für ihre Kinder- und Jugendarbeit einen Verhaltenskodex zur Prävention sexueller Gewalt einzuführen.
Der Muster-Verhaltenskodex sowie die zugehörige "Gebrauchsanleitung" basieren im Wesentlichen auf der Vorlage des Musterkodex der Bayerischen Sportjugend.

Quelle: www.zartbitter.de

1) Allgemeines: Wozu braucht es überhaupt einen Verhaltenskodex "PsG"?

Jeder Sportverein hat einen Schutzauftrag für die ihm anvertrauten Kinder und Jugendlichen. Darauf basiert der Muster-Verhaltenskodex der Münchner Sportjugend zur "Prävention sexueller Gewalt in der sportlichen Jugendarbeit" (PsG). Sportvereine können ihn auf ihre spezifischen Gegebenheiten anpassen.

Mit einem eigenen Verhaltenskodex "PsG" dokumentiert der Sportverein, dass er großen Wert auf den Schutz seiner Mädchen und Jungen vor sexualisierter Atmosphäre, geschlechtsspezifischer Diskriminierung und sexuellen Übergriffen legt. Sexuelle Gewalt im Sportverein wird geächtet und bei Verstößen werden Konsequenzen ermöglicht.

Der Schutz ist wichtig, da sexuelle Gewalt auch in der Kinder- und Jugendarbeit des Sports vorkommt. Auch hier gibt es Opfer und TäterInnen.

Ein Mittel, dieser Gefahr im Sportverein zu begegnen, ist die Selbstverpflichtung aller MitarbeiterInnen in der Kinder- und Jugendarbeit des Sportvereins zu den Inhalten des Verhaltenskodexes. Dieser beinhaltet selbst gewählte Vereinbarungen zur "PsG".

Der Verhaltenskodex soll den MitarbeiterInnen in der Jugendarbeit des Sportvereins erleichtern, Grenzen gegenüber Kindern und Jugendlichen zu wahren und eine klare Haltung zur Prävention sexueller Gewalt in der Jugendarbeit des Vereins zu entwickeln. Ebenso soll diese Vereinbarung dazu beitragen, MitarbeiterInnen vor Missverständnissen und falschem Verdacht zu schützen. Wenn sie ihr Handeln danach ausrichten, werden sie sich normalerweise nicht selbst und unbeabsichtigt in eine verfängliche Situation bringen.

Mit dem Verhaltenskodex geben die im Sportverein bzw. -verband tätigen MitarbeiterInnen (Jugendleiter, Trainer/Übungsleiter, Betreuer, etc.) eine Selbstverpflichtung für ehrenamtliche oder hauptberufliche Jugendarbeit ab. Diese Verpflichtung kann mündlich oder per Unterschrift erfolgen.

Die Auseinandersetzung mit dem Muster-Verhaltenskodex bzw. die gemeinsame Erarbeitung eines vereinsspezifischen Verhaltenskodexes verankert das Thema im Bewusstsein der MitarbeiterInnen. Ihre Aufmerksamkeit gegenüber Grenzüberschreitungen durch sexuelle Gewalt im Verein wird erhöht.

- Verhaltenskodex als ein Qualitätsmerkmal für sichere Jugendarbeit -
Sportvereine erhalten mit dem Verhaltenskodex ein Qualitätsmerkmal für sichere Jugendarbeit, das Eltern zeigt, hier ist mein Kind in guten Händen. Kein Sportverein kann hundertprozentige Sicherheit garantieren, aber sowohl nach innen als auch nach außen dokumentieren, dass er auf das Wohl der ihm anvertrauten Kinder und Jugendlichen achtet.

Dies ist ein deutliches Warnsignal an potenzielle TäterInnen!

2) Einführung eines eigenen Verhaltenskodexes "PsG" im Sportverein

Beim Verhaltenskodex der Bayerischen Sportjugend handelt es sich um ein Muster. Er kann inhaltlich auf die individuelle Situation eines Sportvereins bzw. Sportverbandes angepasst werden. Er kann auch für zeitlich begrenzte Maßnahmen und Veranstaltungen des Sportvereins/-verbandes detailliert zugeschnitten werden (z.B. Ferienfreizeit, Trainingslager).

Alle MitarbeiterInnen der Kinder- und Jugendarbeit im Sportverein sollen in den Diskussionsprozess zur Einführung des Verhaltenskodex eingebunden werden. Je mehr Personen an der Erarbeitung mitwirken, umso größer wird die Akzeptanz sein. Denkbar ist auch eine Einbindung des Vereinsvorstandes, da dieser mit in der Verantwortung steht, wenn ein Fall sexuellen Missbrauchs auftaucht.

Die Einführung eines Verhaltenskodexes könnte nach folgendem Muster ablaufen:

Quelle: www.zartbitter.de
  • Die MitarbeiterInnen der Kinder- und Jugendarbeit des Vereins erhalten auf einer Infoveranstaltung Basisinformationen zur "PsG".
  • Dann wird ihnen am Beispiel eines Muster-Verhaltenskodexes erläutert, wozu ein Verhaltenskodex notwendig ist (siehe 1. Allgemeines: Wozu braucht es überhaupt einen Verhaltenskodex "PsG"?).
  • Sie werden dabei angeregt, diesbezüglich ihr eigenes Verhalten als Jugendleiter, Übungsleiter, Betreuer zu überprüfen. In diesem Zusammenhang wird besprochen, in welchen Situationen ihrer Kinder- und Jugendarbeit besondere Sorgfalt und Aufmerksamkeit notwendig sind (z.B. bei Hilfestellungen im Sport, Duschen nach dem Training) und wie die Umsetzung klarer Regeln im konkreten Umfeld (Trainingsstunde, Zeltlager mit Mädchen und Jungs, etc.) aussehen kann.
  • Anschließend wird der Muster-Verhaltenskodex dahingehend diskutiert und gemeinsam an die aktuellen Gegebenheiten der Kinder- und Jugendarbeit des Sportvereins angepasst.
  • Das Ergebnis soll ein Verhaltenskodex sein, den alle MitarbeiterInnen mittragen. Denn dann ist eine freiwillige Selbstverpflichtung der MitarbeiterInnen zum eigenen Verhaltenskodex des Sportvereins eine klare Sache - egal ob mündlich oder schriftlich.
  • Dieser Verhaltenskodex "PsG" gilt auch für neue Interessenten an der Kinder- und Jugendarbeit des Vereins. Ist ein angehender Mitarbeiter zur "freiwilligen" Verpflichtung nicht bereit, widerspricht das dem Schutzauftrag des Sportvereins. Auf die Mitarbeit wird dann verzichtet.
  • Für zusätzliche Kinder- und Jugendveranstaltungen (Trainingscamp, Ferienfreizeit, etc.) kann ein darauf zugeschnittener Verhaltenskodex von den beteiligten MitarbeiterInnen erarbeitet werden. Er gilt dann für die Dauer der Veranstaltung und berücksichtigt die Besonderheiten der Maßnahme.
  • Der Verhaltenskodex sollte dann durch Schutzvereinbarungen ergänzt werden, die für typische Situationen im Trainings-/Sportvereinsalltag konkrete Handlungsanweisungen vorgeben.